In der 23. SSW ist dein Baby etwa so groß wie eine Mango: rund 28 bis 29 cm vom Scheitel bis zur Ferse und ungefähr 500 Gramm schwer. Das sind Durchschnittswerte – jedes Baby wächst anders. Das Wichtigste diese Woche: In der Lunge bilden sich feine Blutgefäße, die Vorbereitung auf den ersten Atemzug.
23. SSW: Welcher Monat ist das – und wie wird gezählt?
Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag deiner letzten Regelblutung gezählt, nicht ab der Befruchtung. Die Empfängnis liegt rechnerisch etwa zwei Wochen später – wer 23 Wochen schwanger ist, trägt sein Baby also seit ungefähr 21 Wochen. Die 23. SSW gehört zum 6. Schwangerschaftsmonat und liegt mitten im zweiten Trimester.
Verwirrend ist oft die Schreibweise: „23. SSW“ meint in vielen Praxen und Apps 22+0 bis 22+6 – du bist in der 23. Woche unterwegs, abgeschlossen hast du 22. Andere Quellen, vor allem englischsprachige („23 weeks pregnant“), meinen 23+0 bis 23+6. Wenn zwei Seiten sich um eine Woche unterscheiden, ist das meist kein Fehler, sondern eine andere Zählweise. Verbindlich ist immer das Datum in deinem Mutterpass beziehungsweise Mutter-Kind-Pass (in Österreich inzwischen Eltern-Kind-Pass). Was davor und danach passiert, findest du in unserem Schwangerschaftskalender Woche für Woche.
Wie groß ist dein Baby in der 23. SSW?
Etwa 28 bis 29 Zentimeter vom Scheitel bis zur Ferse und ungefähr 500 Gramm. Zum Vorstellen: eine große Mango oder eine Grapefruit kommt beim Gewicht ziemlich gut hin – und ein DIN-A4-Blatt hochkant entspricht ungefähr der Länge.
Alle diese Zahlen sind Näherungswerte. Babys sind in der 23. SSW schon unterschiedlich gebaut, genau wie Erwachsene. Auch das Schätzgewicht aus dem Ultraschall ist eine Schätzung mit einer Spanne nach oben und unten, keine Waage. Ob dein Baby gut wächst, beurteilt deine Ärztin oder dein Arzt über den Verlauf mehrerer Messungen – nicht über einen einzelnen Wert.
Warum die Zentimeter zwischen Tabellen springen: Bis etwa zur 14. SSW wird im Ultraschall die Scheitel-Steiß-Länge gemessen, also ohne Beine. Ab rund der 20. SSW gibt man die Scheitel-Fersen-Länge an, mit gestreckten Beinen. Die 23. SSW liegt bereits im zweiten Messsystem. Wenn du ältere Angaben vergleichst, kann das wie ein plötzlicher Wachstumssprung wirken – ist aber nur eine andere Messmethode.
Was dein Baby diese Woche macht
- Es legt Fett an. Die Haut ist trotzdem noch dünn, faltig und rötlich, weil die Blutgefäße durchschimmern. Das rundet sich in den kommenden Wochen.
- Die Lunge bereitet sich vor. Feine Blutgefäße wachsen in das Lungengewebe ein – die Voraussetzung dafür, dass später Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut übergehen kann. Das ist vermutlich die wichtigste Entwicklung dieses Monats.
- Es hört richtig gut. Deine Stimme und dein Herzschlag sind der ständige Hintergrund. Auf laute Geräusche reagieren manche Babys mit einem Zusammenzucken.
- Die Augen bewegen sich schnell. Erste REM-artige Augenbewegungen beginnen.
- Das Innenohr reift. Dein Baby beginnt zu spüren, wie es liegt und ob du dich bewegst.
Wie ausgeprägt das alles ist und wann genau es einsetzt, unterscheidet sich von Kind zu Kind. Entwicklungsschritte sind Zeitfenster, keine Termine.
Was du in der 23. SSW spüren kannst
Die Bewegungen sind jetzt oft kräftig genug, dass dein Partner oder deine Partnerin sie von außen mit der Hand spüren kann – und manchmal sieht man ein Zucken durch den Bauch wandern. Das gelingt nicht jeden Tag und nicht bei jeder Lage der Plazenta; wenn sie vorne liegt, dämpft sie einiges ab.
Ebenfalls typisch sind Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen): Der Bauch wird für einige Sekunden hart, unregelmäßig, meist schmerzlos, und es lässt nach, wenn du die Position wechselst, dich hinlegst oder etwas trinkst. Sie kommen nicht in einem Rhythmus und werden nicht stärker.
Häufig rund um diese Woche:
- Geschwollene Füße und Knöchel, vor allem abends
- Rückenschmerzen, besonders im unteren Rücken
- Verstopfte Nase oder Schnarchen („Schwangerschaftsschnupfen“)
- Sodbrennen, oft nachts oder nach größeren Mahlzeiten
- Die dunkle Linie am Bauch (Linea nigra) und Schwangerschaftsstreifen
- Kribbelnde oder eingeschlafene Hände durch Druck im Karpaltunnel
Nichts davon musst du haben, und nichts davon fehlt dir, wenn du es nicht hast. Manche fühlen sich in dieser Woche erstaunlich fit, andere sind einfach müde.
Bitte nichts auf eigene Faust einnehmen. Das gilt für Schmerzmittel und Mittel gegen Sodbrennen genauso wie für Nahrungsergänzungsmittel, Salben, Kräutertees und pflanzliche Präparate – „natürlich“ heißt nicht automatisch unbedenklich in der Schwangerschaft. Frag vorher in deiner Praxis, bei deiner Hebamme oder in der Apotheke nach.
Zum Thema Kindsbewegungen: Formales Zählen ist in der 23. SSW noch nicht üblich, das kommt – wenn überhaupt – deutlich später. Wichtig ist etwas anderes: Sobald du die Bewegungen deines Babys regelmäßig kennst und sich das Muster deutlich verändert oder du klar weniger spürst, ruf sofort an. Nicht abwarten, nicht erst etwas Süßes trinken und hoffen. Dieser Anruf ist nie umsonst.
Was in der 23. SSW ansteht
- Der Zuckertest rückt näher. Das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes wird üblicherweise zwischen etwa 24 und 28 Wochen angeboten – in Deutschland über die Mutterschafts-Richtlinien, in Österreich im Rahmen des Mutter-Kind-/Eltern-Kind-Passes, in der Schweiz über die reguläre Schwangerschaftskontrolle. Ablauf und Vorbereitung unterscheiden sich; halte dich an das, was deine Praxis dir sagt.
- Hebamme, Kurs, Klinik. Falls noch offen: Nachsorge-Hebamme suchen, Geburtsvorbereitungskurs buchen, Geburtsort anschauen oder anmelden. In vielen Regionen sind Plätze früh vergeben.
- Anzeichen vorzeitiger Wehen kennen. Das ist jetzt kein Angstthema, sondern schlicht praktisches Wissen – siehe unten.
Vorsorgeprogramme sind von Land zu Land und von Praxis zu Praxis unterschiedlich. Diese Seite ersetzt keinen einzigen Termin: Maßgeblich sind deine Ärztin, dein Arzt, deine Hebamme und das Programm deines Landes.
Woran du vorzeitige Wehen erkennen kannst: regelmäßige Kontraktionen, die immer wiederkommen; Rückenschmerzen, die in Wellen kommen; menstruationsartiges Ziehen im Unterbauch; ein Schwall oder anhaltendes Rinnen von Flüssigkeit; jede Blutung; eine deutliche Veränderung des Ausflusses. Melde dich in all diesen Fällen sofort – lieber einmal zu oft anrufen als einmal zu spät. Niemand im Kreißsaal findet das übertrieben.
Rund um die 23. bis 24. Woche wird häufig von der Grenze der Lebensfähigkeit gesprochen: Ab etwa diesem Zeitpunkt kann spezialisierte Neugeborenenmedizin – in einem Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe – ein extrem früh geborenes Baby unter Umständen unterstützen. Wie das im Einzelfall aussieht, hängt von sehr vielen Faktoren ab: vom Land, von der Klinik, von deiner Schwangerschaft. Das ist ein Gespräch für dein Behandlungsteam, keine Zahl, mit der du nachts allein daliegen solltest. Für die allermeisten Schwangerschaften bleibt es eine Information, die nie gebraucht wird.
Wann du sofort anrufen solltest
Melde dich umgehend bei deiner Praxis, deiner Hebamme oder im Kreißsaal – auch nachts, am Wochenende und am Feiertag – bei:
- Blutungen aus der Scheide, egal wie wenig
- Starken oder anhaltenden Bauchschmerzen
- Abgang von Flüssigkeit, als Schwall oder als anhaltendes Nässen
- Fieber
- Starken Kopfschmerzen mit Augenflimmern oder Sehstörungen, oder plötzlicher Schwellung an Gesicht, Händen oder Füßen
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Deutlich weniger oder spürbar veränderten Kindsbewegungen
- Jedem plötzlichen, heftigen Symptom, das sich einfach falsch anfühlt
Bei akuter Not gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz die 112 (in der Schweiz zusätzlich die 144). Der Kreißsaal deiner Klinik ist rund um die Uhr erreichbar – Anrufen ist immer richtig.
Deine Schwangerschaft Woche für Woche – mit Babymind
Babymind begleitet dich durch jede Schwangerschaftswoche und später durch das erste Babyjahr: Entwicklung und Wachstum verfolgen, Schlaf festhalten, die KI-Schreianalyse nutzen, im Lebensmittel-Nachschlagewerk kurz prüfen, was in der Schwangerschaft sicher ist, Babynamen sammeln und dich in der Eltern-Community austauschen – in 11 Sprachen.
Babymind kostenlos ladenUnd falls diese Woche eine der wackeligeren ist: Anspannung gehört für viele dazu, gerade nach einer früheren Verlusterfahrung oder wenn du das hier allein stemmst. Du musst nicht warten, bis etwas „schlimm genug“ ist, um zu fragen. Deine Hebamme und deine Praxis sind genau dafür da.