Schwangerschaft · 2. Trimester

24. SSW: Dein Baby ist etwa so groß wie ein Maiskolben

Etwa 30 cm, rund 600 Gramm und eine Lunge, die anfängt zu üben: Das passiert in der 24. Schwangerschaftswoche – und das steht jetzt für dich an.

In der 24. SSW ist dein Baby etwa 30 cm lang (Scheitel-Ferse) und wiegt rund 600 Gramm – ungefähr so groß wie ein Maiskolben oder eine kleine Honigmelone. Das Auffälligste in dieser Woche: Die Lunge beginnt mit der Bildung von Surfactant, dem Stoff, der die winzigen Lungenbläschen nach der Geburt offen hält. Alle Zahlen sind Durchschnittswerte.

Wie groß ist dein Baby in der 24. SSW?

Diese Werte sind eine grobe Orientierung, kein Ziel, das dein Baby erreichen muss:

  • Länge: etwa 30 cm von Scheitel bis Ferse
  • Gewicht: etwa 600 g – bei gesunden Babys sind gut hundert Gramm mehr oder weniger völlig normal
  • Größenvergleich: ein Maiskolben, eine kleine Honigmelone oder eine große Aubergine

Gewichtsangaben aus dem Ultraschall sind Schätzungen, keine Messungen auf der Waage. Eine Abweichung nach oben oder unten gehört dazu. Deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt schaut deshalb nicht auf einen einzelnen Wert, sondern darauf, wie sich das Wachstum über mehrere Termine hinweg entwickelt.

Warum die Zentimeterangaben zwischen zwei Tabellen springen: Bis etwa zur 14. SSW wird die Scheitel-Steiß-Länge gemessen, also nur vom Kopf bis zum Po, weil die Beine angezogen sind. Ab ungefähr der 20. SSW wird die Scheitel-Ferse-Länge angegeben. Deshalb wirkt es in manchen Übersichten, als wäre ein Baby von einer Woche auf die andere fast doppelt so lang geworden. Es ist schlicht eine andere Messstrecke – kein Wachstumssprung und kein Grund zur Sorge.

24. SSW – welcher Monat ist das eigentlich?

Schwangerschaftswochen werden ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung gezählt, nicht ab der Zeugung. „24. SSW“ bedeutet also nicht, dass dein Baby 24 Wochen alt ist: Seit der Befruchtung sind es ungefähr 22 Wochen. Diese Rechnung ist überall gleich – vom Mutterpass in Deutschland über den Mutter-Kind-Pass in Österreich bis zur Vorsorge in der Schweiz.

Die 24. SSW liegt im sechsten Schwangerschaftsmonat, also im letzten Abschnitt des zweiten Trimesters. Bis zum errechneten Termin sind es noch rund vier Monate.

Im Mutterpass steht dein Stand tagesgenau, zum Beispiel „23+4“. In der Praxis meint „24. SSW“ meist die Woche von 23+0 bis 23+6, während viele Apps und Webseiten dieselbe Woche als 24+0 bis 24+6 bezeichnen. Wenn zwei Quellen sich um eine Woche unterscheiden, ist das der Grund. Maßgeblich ist immer der Termin, den deine Praxis errechnet hat.

Was dein Baby in dieser Woche entwickelt

  • Die Lunge fängt an zu üben. Sie bildet erstmals Surfactant. Dieser Stoff sorgt dafür, dass sich die feinen Lungenbläschen nach der Geburt entfalten und beim Ausatmen nicht zusammenfallen. Der Prozess braucht noch viele Wochen.
  • Unter der Haut entsteht Fett. Die Haut ist noch dünn, durchscheinend und faltig, weil dein Baby sozusagen erst noch in sein Volumen hineinwachsen muss. Das ändert sich in den kommenden Wochen sichtbar.
  • Der Gleichgewichtssinn ist fertig. Das Innenohr ist vollständig angelegt. Dein Baby spürt jetzt, wo oben und unten ist, und merkt, wenn du dich drehst oder hinlegst.
  • Hören wird zur Gewohnheit. Auf Geräusche von außen und besonders auf deine Stimme reagiert es inzwischen deutlich – mal mit Bewegung, mal mit auffälliger Ruhe.

Die Bewegungen sind in dieser Phase für die meisten Schwangeren unverwechselbar geworden: Treten, Rollen, kleine ruckartige Zuckungen, die Schluckauf sein können. Wann und wie viel sich dein Baby meldet, ist von Kind zu Kind sehr verschieden. Auch die Lage der Plazenta, zum Beispiel an der Vorderwand, kann dämpfen, wie viel du spürst.

Wie du dich in der 24. SSW fühlen kannst

Der Bauch ist jetzt deutlich sichtbar, und das zusätzliche Gewicht verändert deine Haltung. Häufig in dieser Woche:

  • Rückenschmerzen, vor allem im unteren Rücken und nach langem Stehen
  • Sodbrennen und ein Druckgefühl nach dem Essen
  • geschwollene Füße und Hände, besonders abends und bei Wärme
  • Kribbeln oder Taubheit in den Fingern – ein Karpaltunnelsyndrom durch die Wassereinlagerungen, das sich nach der Geburt meist wieder löst
  • Wadenkrämpfe in der Nacht
  • Schwangerschaftsstreifen an Bauch, Brust oder Oberschenkeln
  • ein Bauchnabel, der sich nach außen stülpt
  • Müdigkeit, die nach dem entspannteren zweiten Trimester zurückkommt

Ein gelegentliches Hartwerden des Bauches ist normal, solange es unregelmäßig bleibt und wieder vergeht. Nichts davon musst du still aushalten. Deine Hebamme hat für Rücken, Krämpfe und Sodbrennen oft sehr praktische Hinweise, und dafür ist kein Beschwerdebild zu klein.

Bevor du irgendetwas einnimmst: Kein Medikament, kein Nahrungsergänzungsmittel und auch kein pflanzliches Mittel oder Tee gehört ohne Rücksprache in die Schwangerschaft. „Pflanzlich“ heißt nicht automatisch unbedenklich. Frag deine Ärztin, deine Hebamme oder deine Apotheke – auch bei Dingen, die du vor der Schwangerschaft problemlos vertragen hast.

Was in der 24. SSW ansteht

Die Vorsorgeprogramme unterscheiden sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz und werden immer wieder angepasst. Nimm die folgenden Punkte als Gesprächsanlass, nicht als Terminplan. Verbindlich ist, was deine Praxis oder deine Hebamme dir sagt.

  • Der Zuckertest. Das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes wird in vielen Ländern zwischen der 24. und der 28. SSW angeboten. Wenn du dazu noch keinen Termin hast, frag bei der nächsten Vorsorge danach.
  • Kindsbewegungen. Ab etwa jetzt fragen viele Praxen und Hebammen gezielt nach dem Muster der Bewegungen. Ein förmliches Zählen ist in dieser Woche noch nicht üblich – das kommt, wenn überhaupt, deutlich später.
  • Hebamme und Kurs. Geburtsvorbereitungskurse und die Betreuung im Wochenbett sind vielerorts früh ausgebucht. Ein Anruf lohnt sich jetzt.
  • Arbeit und Alltag. Wenn du viel stehst, hebst oder lange Wege hast, sprich über Anpassungen, bevor es zu viel wird.

Rund um die 24. SSW liest man häufig von der „Grenze der Lebensfähigkeit“. Gemeint ist, dass eine spezialisierte neonatologische Intensivmedizin ab ungefähr diesem Zeitpunkt ein sehr früh geborenes Kind unterstützen kann. Wie das im Einzelfall aussieht, hängt von so vielen Faktoren ab – von der Klinik, vom Land, vom Verlauf und von deinem Kind –, dass keine allgemeine Zahl dir darüber etwas Verlässliches sagen kann. Falls dich das Thema beschäftigt oder du eine belastende Vorgeschichte hast, sprich es bei der nächsten Vorsorge an. Dafür ist dein Team da, und niemand wird das übertrieben finden.

Wenn du sehen möchtest, was vor und nach dieser Woche passiert, hilft dir die Übersicht zur Schwangerschaft Woche für Woche.

Wann du sofort anrufen solltest

Melde dich umgehend bei deiner Ärztin, deinem Arzt, deiner Hebamme oder in der Klinik – auch nachts und auch dann, wenn es sich vielleicht nach nichts anfühlt:

  • Blutungen aus der Scheide
  • starke oder anhaltende Bauchschmerzen
  • Flüssigkeit, die abgeht – schwallartig oder als dauerhaftes Nässen
  • Fieber
  • starke Kopfschmerzen mit Sehstörungen wie Flimmern oder Schleier, oder plötzliche Schwellungen an Gesicht und Händen
  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
  • regelmäßige, schmerzhafte Verhärtungen des Bauches
  • weniger Bewegungen als sonst oder ein deutlich verändertes Muster, sobald du die Bewegungen deines Babys gut kennst
  • jedes plötzliche, heftige Symptom, das du dir nicht erklären kannst

Lieber einmal zu oft anrufen als einmal zu wenig. Nachfragen ist keine Belastung für dein Team, sondern genau der Grund, warum es die Vorsorge gibt.

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Häufig gestellte Fragen

Wie groß und wie schwer ist ein Baby in der 24. SSW?

Im Durchschnitt etwa 30 cm von Scheitel bis Ferse und rund 600 Gramm – ungefähr ein Maiskolben oder eine kleine Honigmelone. Beide Zahlen sind Mittelwerte, und gesunde Babys liegen deutlich darüber oder darunter. Ultraschall-Gewichtsangaben sind außerdem Schätzungen. Wichtiger als ein einzelner Wert ist, dass sich das Wachstum über mehrere Termine hinweg stimmig entwickelt. Das beurteilt deine Praxis.

In welchem Monat bin ich in der 24. SSW?

Die 24. SSW liegt im sechsten Schwangerschaftsmonat und damit im letzten Abschnitt des zweiten Trimesters. Bis zum errechneten Termin sind es noch etwa vier Monate. Weil Monate 30 oder 31 Tage haben, Schwangerschaftswochen aber immer sieben, ordnen manche Übersichten die 24. SSW auch dem Übergang zum siebten Monat zu – beides ist gebräuchlich.

Warum zeigt jede App eine andere Größe für die 24. SSW an?

Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens die Messstrecke: Bis etwa zur 14. SSW wird die Scheitel-Steiß-Länge angegeben, später die Scheitel-Ferse-Länge, deshalb springen die Zentimeter zwischen Tabellen. Zweitens die Zählweise: Manche Quellen meinen mit „24. SSW“ die Woche 23+0 bis 23+6, andere 24+0 bis 24+6. Ein Unterschied von einer Woche ist normal.

Muss ich in der 24. SSW schon Kindsbewegungen zählen?

Nein. Ein förmliches Zählen von Bewegungen ist in dieser Woche nicht üblich und wird, wenn überhaupt, deutlich später im Verlauf besprochen. Sinnvoll ist etwas anderes: das Muster deines Babys kennenzulernen. Sobald du weißt, wann und wie es sich normalerweise meldet, gilt – weniger Bewegung oder eine deutliche Veränderung ist immer ein sofortiger Anruf wert, auch nachts.

Wann wird der Zuckertest gemacht?

Das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes wird in vielen Ländern zwischen der 24. und der 28. SSW angeboten. Wie es genau abläuft und wann dein Termin liegt, unterscheidet sich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz und ändert sich gelegentlich. Frag bei der nächsten Vorsorge nach – dein Programm vor Ort ist verbindlich, nicht eine allgemeine Angabe im Internet.

Was bedeutet es, dass ein Baby ab etwa der 24. SSW als lebensfähig gilt?

Damit ist gemeint, dass eine spezialisierte neonatologische Intensivmedizin ein sehr früh geborenes Kind ab ungefähr diesem Zeitpunkt unterstützen kann. Wie das im Einzelfall aussieht, hängt von der Klinik, vom Land, vom Verlauf und von deinem Kind ab – allgemeine Zahlen sagen dir dazu nichts Verlässliches. Wenn dich das Thema beschäftigt, ist deine Ärztin oder Hebamme die richtige Ansprechperson.