Stillen und Füttern

Neugeborenes: Wie oft stillen oder füttern, und wie viel trinkt es?

Einen festen Plan braucht ein gesundes Neugeborenes nicht. Hier stehen die Richtwerte der großen Fachstellen für Brust und Fläschchen, was Hungerzeichen und Clusterfeeding bedeuten und wann du Hebamme oder Kinderarztpraxis anrufst.

Ein gesundes, reif geborenes Neugeborenes trinkt nach Bedarf, nicht nach der Uhr. Gestillte Babys kommen in den ersten Wochen meist auf mindestens 8 bis 12 Mahlzeiten in 24 Stunden, Fläschchenbabys laut AAP auf mindestens 8. Die Mengen unterscheiden sich von Baby zu Baby. Für Frühchen gilt, was die Kinderarztpraxis festlegt.

Die Zahlen stammen von AAP (US-Kinderärzte), CDC (US-Gesundheitsbehörde), NHS (britischer Gesundheitsdienst), NICE (britische Leitlinienstelle) und WHO. Es sind Durchschnitte für gesunde, reif geborene Babys, kein Stundenplan.

Wie oft stillen oder füttern beim Neugeborenen?

Der Magen eines Neugeborenen ist sehr klein, deshalb trinkt es laut NHS wenig und oft und kann kurz nach einer guten Mahlzeit wieder hungrig sein. Mit der Zeit rücken die Mahlzeiten langsam auseinander.

QuelleStillenFläschchen
AAPMeist etwa alle 2 Stunden, von Beginn zu Beginn gemessen, oft 10 bis 12 Mal in 24 StundenMeist alle 2 bis 3 Stunden, mindestens 8 Mahlzeiten in 24 Stunden
CDCErste Tage teils alle 1 bis 3 Stunden, danach im Schnitt alle 2 bis 4 Stunden, etwa 8 bis 12 MalErste Tage 8 bis 12 Mal, danach etwa alle 3 bis 4 Stunden
NHSErste Tage alle 1 bis 3 Stunden, grob mindestens 8 bis 12 Mal in 24 StundenKein Plan, nach Hungerzeichen

Wie breit die Spanne ist, zeigt eine Studie mit 71 voll gestillten Babys von 1 bis 6 Monaten: im Schnitt 11 Mal in 24 Stunden, manche 6 Mal, andere 18 Mal.

Wie viel trinkt ein Baby? Trinkmenge an der Brust und aus der Flasche

An der Brust siehst du keine Milliliter. Vom Kolostrum der ersten Tage braucht ein Baby laut NHS nur etwa einen Teelöffel pro Mahlzeit, die Milch kommt meist 2 bis 4 Tage nach der Geburt. Die AAP nennt für die ersten Wochen rund 30 ml pro Mahlzeit, langsam steigend auf rund 135 ml mit einem Jahr.

AlterFläschchen laut AAPDazu
Erste WocheHöchstens etwa 30 bis 60 ml pro MahlzeitAm ersten oder zweiten Tag vielleicht nur rund 15 ml
Im ersten MonatAllmählich 90 bis 120 ml pro MahlzeitAm Monatsende etwa alle 3 bis 4 Stunden
Mit 6 Monaten180 bis 240 ml pro MahlzeitBei 4 oder 5 Mahlzeiten in 24 Stunden

Pro Körpergewicht nennt der walisische NHS-Dienst 111 ab dem Ende der ersten Woche bis zum Alter von 6 Monaten rund 150 bis 200 ml je Kilo am Tag, je nach Baby verschieden. Als obere Grenze gibt die AAP im Schnitt etwa 960 ml in 24 Stunden an: Scheint dein Baby dauerhaft mehr oder weniger zu wollen, sprich mit der Kinderarztpraxis. All das sind Durchschnitte, keine Mengen, die dein Baby schaffen muss.

Beim Fläschchen ist es laut AAP leichter, zu viel zu trinken, weil die Milch schneller fließt. Folgen können Bauchschmerzen, Blähungen und Spucken sein, deshalb lieber etwas weniger anbieten, mehr geht immer. Dass man nicht überfüttern kann, gilt laut NHS nur fürs Stillen. Dräng dein Baby nie, die Flasche zu leeren, halte es halb aufrecht und die Flasche fast waagerecht, und lass es nie mit einer aufgestützten Flasche allein (NHS).

Was in die Flasche gehört: nur Muttermilch, Pre-Nahrung oder Wasser, ohne Zucker, Getreide oder Babyreis. Pre-Nahrung rührst du genau nach Packungsanleitung an, selbst gemischte Rezepte sind laut AAP riskant. Voll gestillte Babys brauchen vor der Beikost kein Wasser (WHO, NHS), Fläschchenbabys unter 6 Monaten höchstens bei Hitze kleine Schlucke abgekochtes, abgekühltes Wasser (NHS). Kuhmilch ist vor 12 Monaten kein Hauptgetränk (NHS).

Stillen nach Bedarf oder alle 3 Stunden?

Stillen nach Bedarf, auch responsives Füttern genannt, heißt: Du richtest dich nach den Signalen deines Babys statt nach der Uhr. So raten es AAP, NHS und NICE, die WHO formuliert es so: so oft das Kind möchte, Tag und Nacht. Einen Fütterungsplan brauchst du laut NHS nicht, die meisten Babys finden nach und nach in einen eigenen Rhythmus. Beim Fläschchen gilt das am Anfang genauso, später kannst du laut AAP nach dem Takt deines Babys planen. Kein Buch und keine Website kann laut AAP genau sagen, wie viel und wie oft gerade dein Baby trinken sollte.

Wann die Uhr doch zählt: Für Frühgeborene und Babys mit bestimmten Erkrankungen sind laut AAP ärztlich festgelegte Zeiten das Richtige. Auch Babys, die nur ein wenig zu früh kamen, können schläfrig sein und zu wenig trinken, deshalb sollten sie eng begleitet werden. Nimmt dein Baby schlecht zu, warte nicht zu lange zwischen den Mahlzeiten und sprich mit der Praxis. Mehr dazu im Ratgeber Baby nimmt nicht zu.

Hungerzeichen und Sattzeichen erkennen

  • Hunger (AAP, CDC, NHS): Hände zum Mund, Kopf dreht sich zu Brust oder Flasche, Suchbewegungen mit dem Kopf, Schmatzen, Lippen lecken, Unruhe, Saugen an Faust oder Fingern.
  • Satt (CDC): Mund zu, Kopf dreht sich weg, Hände entspannen sich.
  • Pause nötig beim Fläschchen (NHS): spreizt Finger und Zehen, lässt Milch aus dem Mund laufen, hört auf zu saugen, dreht den Kopf weg, schiebt die Flasche weg.

Weinen ist ein spätes Hungerzeichen und macht das Trinken schwerer, beruhige dein Baby dann laut NHS zuerst. Nicht jedes Weinen und Saugen bedeutet Hunger: Babys saugen auch zum Trost, und manchmal fehlt nur Nähe oder eine frische Windel (AAP). Wie sich die Signale unterscheiden, zeigt der Ratgeber Hungerschrei oder Müdigkeitsschrei.

Clusterfeeding: Warum dein Baby plötzlich ständig trinken will

Beim Clusterfeeding will dein Baby eine Zeit lang noch häufiger trinken, manchmal fast ununterbrochen. Laut NHS kommt das meist in den ersten 3 bis 4 Monaten vor, kann während eines Wachstumsschubs ein paar Tage dauern und ist sehr normal. Auch Fläschchenbabys kennen solche Phasen. Dann achte besonders auf die Pausenzeichen, damit es nicht zu viel wird (NHS).

Häufiges Trinken beweist keinen Milchmangel, in der genannten Studie hing die Zahl der Stillmahlzeiten nicht mit der Milchmenge zusammen. Es beweist aber auch nicht das Gegenteil. Aussagekräftig sind das Gewicht und die Windeln, siehe Ratgeber nasse Windeln und Stuhlgang nach Alter. Trinkt dein Baby ständig und du machst dir Sorgen, ruf die Hebamme oder eine Stillberatung an (NHS). Die AAP rät zum Gespräch mit der Praxis, wenn es auch satt immer weiter trinken will.

Ob zugefüttert wird, besprichst du mit Hebamme oder Praxis. Brust, Flasche oder beides: Keiner dieser Wege ist ein Urteil über dich.

Neugeborenes nachts zum Stillen wecken oder schlafen lassen?

Keine Quelle nennt einen festen Zeitpunkt, ab dem du nicht mehr wecken musst. Frag deshalb Hebamme oder Praxis, was für dein Baby gilt.

  • Gestillt (AAP): nicht länger als etwa 2 bis 3 Stunden tagsüber oder 4 Stunden nachts ohne Mahlzeit, auch wenn du dafür wecken musst.
  • Fläschchen (AAP): Schläft es in den ersten Wochen länger als 4 bis 5 Stunden und verpasst Mahlzeiten, wecke es und biete die Flasche an.
  • CDC: Manche gestillten Babys haben in den ersten Wochen und Monaten eine längere Schlafphase von 4 bis 5 Stunden. Geweckt wird mit Streicheln, Ausziehen oder Wickeln.

Nachtmahlzeiten braucht ein Baby laut NHS wahrscheinlich mindestens in den ersten Monaten. Mit 3 bis 6 Monaten schlafen manche Babys 5 bis 8 Stunden oder länger, andere nicht. Eine große Portion bedeutet laut NHS nicht automatisch eine längere Pause bis zur nächsten.

Sicher durch die Nacht: Schlaf nie mit deinem Baby auf dem Sofa oder im Sessel und such dir zum nächtlichen Füttern einen anderen Platz (NHS). Laut AAP ist das Risiko für einen schlafbedingten Tod bis zu 67-mal höher, wenn ein Baby dort oder auf einem Kissen mit jemandem schläft. Holst du dein Baby ins eigene Bett, leg es danach zurück an seinen Schlafplatz. Könntest du einschlafen, räum vorher Kissen und Decken weg, die es bedecken könnten.

Mahlzeiten festhalten, ohne nachzurechnen

Im Bereich Tägliche Pflege von Babymind trägst du Stillen mit Timer für links und rechts und Fläschchen mit Menge ein, die Fütterungserinnerung ist einstellbar. Eintragen und Erinnerungen sind kostenlos. Die App stellt keine Diagnose und sagt dir nicht, wie viel dein Baby trinken muss.

Babymind laden

Woran du erkennst, dass dein Baby genug bekommt

  • Beim Stillen (NHS, CDC): sichtbares und hörbares Schlucken, runde Wangen, löst sich selbst von der Brust, nach den meisten Mahlzeiten zufrieden, wach und munter in den Wachphasen.
  • Windeln: ab etwa Tag 5 mindestens 6 nasse Windeln am Tag (NHS, AAP), die Stuhlzahlen schwanken je nach Quelle.
  • Gewicht: In den ersten 3 bis 4 Tagen ist etwas Verlust normal (NHS). Die AAP nennt höchstens 8 bis 10 % des Geburtsgewichts. Zurück auf dem Geburtsgewicht sind gestillte Babys laut CDC mit 10 bis 14 Tagen, laut NICE die meisten Babys bis zum Alter von 3 Wochen.

Gewogen wird bei den U-Untersuchungen und von deiner Hebamme. Babys, die dabei in ihrem Perzentilenbereich bleiben, bekommen laut AAP vermutlich genug. Eine passende Windelzahl ist aber keine Garantie: Ob alles passt, kann nur jemand sagen, der dein Baby sieht. Wenn dir ein Protokoll hilft, zeigt die Seite zur Still-App mit Windel-Tracker, was du eintragen kannst.

Wann du Hebamme, Kinderarztpraxis oder den Notruf anrufst

Ein Baby muss nicht alle Zeichen zeigen, um ernsthaft krank zu sein, und Fieber kann bei jungen Babys auch bei einer schweren Infektion fehlen. Dein Gefühl zählt: Denkst du, dass etwas ernsthaft nicht stimmt, hol sofort Hilfe und achte auch nachts auf neue Zeichen (NHS).

Sofort den Notruf wählen: 112 in Deutschland und Österreich, 144 in der Schweiz

  • ohnmächtig, schwer oder gar nicht zu wecken, Krampfanfall
  • sehr schnelle oder mühsame Atmung, blaue, graue, blasse oder marmorierte Haut, Lippen oder Zunge, kalte oder klamme Haut
  • geschwollene Lippen, Zunge oder Rachen mit Schluckbeschwerden
  • schwaches, schrilles oder ununterbrochenes Weinen, Ausschlag, der auf Druck nicht verblasst
  • 38 °C oder mehr unter 3 Monaten, 39 °C oder mehr mit 3 bis 6 Monaten, unter 36 °C, kalt anzufühlen oder zitternd
  • seit 12 Stunden kein Urin, grünes oder gelbgrünes Erbrochenes
  • Gelbsucht in den ersten 24 Stunden, oder Gelbsucht mit Schläfrigkeit, Trinkverweigerung, Schlaffheit oder Steifheit, Zuckungen, keiner nassen Windel, 38 °C oder mehr, 36 °C oder weniger oder Atemproblemen
  • Austrocknung zusammen mit blauer, grauer, blasser oder fleckiger Haut, kalter Haut oder Atemnot

Sofort ärztliche Hilfe holen

Kinderarztpraxis, außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst 116117 in Deutschland, die Gesundheitsberatung 1450 in Österreich, die 144 in der Schweiz:

  • dein Baby trinkt nicht oder hat in 8 wachen Stunden nichts getrunken
  • Erbrechen über 24 Stunden, rotes, schwarzes oder braunes Erbrochenes, häufiges schwallartiges Erbrechen
  • schlaff, vorgewölbte Fontanelle, steifer Nacken, Durchfall mit Austrocknung
  • Austrocknung: eingesunkene Fontanelle oder Augen, weniger nasse Windeln, kaum Tränen, schläfrig oder reizbar, kühle verfärbte Hände und Füße, nur 1 bis 2 Mal Urin am Tag. Pre-Nahrung dabei nicht verdünnen.
  • Verdacht auf Gelbsucht nach den ersten 24 Stunden, Gelbsucht, die nicht besser wird, dunkler Urin oder heller, cremiger Stuhl

Zeitnah mit Hebamme, Stillberatung oder Praxis sprechen

  • Beim Stillen (CDC, AAP): meist weniger als 8 Mahlzeiten in 24 Stunden, kein Schlucken zu sehen oder zu hören, Klickgeräusche oder Abrutschen von der Brust, nach dem Trinken unruhig oder noch hungrig (gleich wiegen lassen), nach 5 Tagen noch kein Milcheinschuss (sofort wiegen lassen), Mahlzeiten regelmäßig unter etwa 10 oder über etwa 50 Minuten, immer wieder verpasste Mahlzeiten.
  • Windeln: mit 5 Tagen weniger als 3 Stühle und 6 nasse Windeln am Tag, nach 7 Tagen weniger als 6 nasse Windeln und 4 Stühle, dunkelgelber oder rötlich gesprenkelter Urin, noch dunkler Stuhl.
  • Gewicht: weiterer Verlust nach Tag 5, mehr als 10 % Verlust (NICE), mit 2 Wochen unter Geburtsgewicht oder seit dem Milcheinschuss weniger als etwa 140 bis 200 g pro Woche zugenommen (AAP).
  • Bei dir: starke Brustschwellung, starke Schmerzen beim Stillen, Brüste, die am Ende einer Mahlzeit nicht weicher werden.
  • Bei jeder Art des Fütterns: fast die ganze Mahlzeit erbrochen, heftiges Erbrechen oder sichtbare Schmerzen, Blut im Stuhl, sehr wässriger Stuhl 8-mal oder öfter am Tag (Stillstuhl ist normalerweise häufiger und weicher), starker Ausschlag, weniger als 4 nasse Windeln am Tag, Haut wird in der ersten Woche gelber statt heller, verweigert Mahlzeiten oder reagiert anders als sonst, kein Kindspech (Mekonium) in den ersten 24 Stunden, Fläschchenbaby unter 8 Wochen seit 2 bis 3 Tagen ohne Stuhlgang.

Quellen

Fakten und Zahlen in diesem Ratgeber wurden anhand der folgenden Quellen geprüft. Mehr dazu: So entstehen unsere Ratgeber.

  1. How Often and How Much Should Your Baby Eat?. American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org
  2. Amount and Schedule of Baby Formula Feedings. American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org
  3. How to Tell if Your Breastfed Baby is Getting Enough Milk. American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org
  4. Warning Signs of Breastfeeding Problems. American Academy of Pediatrics, HealthyChildren.org
  5. How Much and How Often to Breastfeed. U.S. Centers for Disease Control and Prevention
  6. How Much and How Often to Feed Infant Formula. U.S. Centers for Disease Control and Prevention
  7. Signs Your Child Is Hungry or Full. U.S. Centers for Disease Control and Prevention
  8. Newborn Breastfeeding Basics. U.S. Centers for Disease Control and Prevention
  9. Breastfeeding: the first few days. NHS
  10. Bottle feeding advice. NHS
  11. Drinks and cups for babies and young children. NHS
  12. When to get urgent medical help for babies and children under 5. NHS
  13. Infant and young child feeding. World Health Organization
  14. Postnatal care. NICE (UK), guideline NG194
  15. Faltering growth: recognition and management of faltering growth in children. NICE (UK), guideline NG75
  16. Kent JC, Mitoulas LR, Cregan MD, Ramsay DT, Doherty DA, Hartmann PE. Volume and frequency of breastfeedings and fat content of breast milk throughout the day. Pediatrics, 2006
  17. Infant formula: common questions. NHS 111 Wales

Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich mein Neugeborenes stillen?

Nach Bedarf, tagsüber und nachts. Als grobe Orientierung nennen NHS, CDC und AAP in den ersten Wochen mindestens 8 bis 12 Mahlzeiten in 24 Stunden. Das sind Richtwerte für gesunde, reif geborene Babys, kein Plan. Frühgeborene und Babys mit bestimmten Erkrankungen bekommen ihre Zeiten von der Kinderarztpraxis.

Stillen nach Bedarf oder alle 3 Stunden?

AAP, NHS, NICE und WHO raten bei gesunden, reif geborenen Babys zum Stillen nach Bedarf statt nach der Uhr. Laut AAP trinken gestillte Neugeborene meist etwa alle 2 Stunden, also öfter als alle 3 Stunden. Für Frühgeborene oder Babys, die schlecht zunehmen, kann die Praxis etwas anderes festlegen.

Wie viel ml trinkt ein Neugeborenes aus der Flasche?

Die AAP nennt in der ersten Woche höchstens etwa 30 bis 60 ml pro Mahlzeit und im Lauf des ersten Monats allmählich 90 bis 120 ml. Andere Seiten nennen leicht andere Werte, und Babys trinken unterschiedlich viel. Dräng dein Baby nie, die Flasche zu leeren, und sprich mit der Kinderarztpraxis, wenn es dauerhaft deutlich mehr oder weniger zu wollen scheint.

Muss ich mein Neugeborenes nachts zum Stillen wecken?

Die AAP rät, ein gestilltes Neugeborenes zu wecken, wenn es nachts länger als 4 Stunden schläft. Die CDC weist darauf hin, dass manche gestillten Babys eine längere Schlafphase von 4 bis 5 Stunden haben. Ein festes Enddatum fürs Wecken nennt keine Quelle, frag deshalb Hebamme oder Kinderarztpraxis, was für dein Baby gilt.

Mein Baby will dauernd trinken. Habe ich zu wenig Milch?

Das lässt sich aus der Häufigkeit allein nicht ablesen. Clusterfeeding ist laut NHS in den ersten 3 bis 4 Monaten sehr normal, und in einer Studie hing die Zahl der Stillmahlzeiten nicht mit der Milchmenge zusammen. Aussagekräftig sind Gewicht und Windeln. Wenn du dir Sorgen machst, lass dein Baby von Hebamme oder Stillberatung ansehen und wiegen.

Ab wann braucht ein Baby nachts keine Mahlzeit mehr?

Dafür gibt es kein festes Alter. Laut NHS schlafen manche Babys mit 3 bis 6 Monaten 5 bis 8 Stunden oder länger, andere nicht, und für manche sind Nachtmahlzeiten zwischen 6 Monaten und einem Jahr nicht mehr nötig. Abstände musst du nicht künstlich strecken. Sprich mit der Kinderarztpraxis, wenn du unsicher bist.